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04.10.2004 - ASTRONOMIE

Schnappschuss im Weltraum

Carsten Meinke

Mit einer Art überdimensionaler Lochkamera wollen amerikanische Astronomen auf die Jagd nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gehen. Einen entsprechenden Vorschlag lässt die Weltraumbehörde NASA jetzt eingehend untersuchen. Aus zwei im Weltraum schwebenden Komponenten bestehend, könnte das Instrument sogar Belege für Wetter, Ozeane oder Leben auf den fernen Welten liefern, glauben die Forscher.

Eine Lochkamera oder Camera obscura wird gerne benutzt, um Schülern die Prinzipien der Optik zu erklären. In ihrer einfachsten Form besteht sie aus einer Pappröhre, deren eines Ende mit einer "Mattscheibe" aus Butterbrotpapier abgedeckt wurde. Am anderen Ende sitzt ein Deckel mit einem feinen Loch als Blende.

Deutlich aufwändiger ist der "New Worlds Imager", den Webster Cash von der University of Colorado in Boulder und seine Kollegen ins All bringen wollen. An die Stelle des Deckels tritt ein undurchsichtiger Schirm von der Größe eines Fußballfeldes mit einer gut neun Meter großen Öffnung im Mittelpunkt. Auf diese Apertur ist ein Teleskop gerichtet, das mehrere zehntausend Kilometer hinter dem Schirm schwebt.

"In seiner am weitesten entwickelten Form könnte der New Worlds Imager Aufnahmen von bis zu 100 Lichtjahre weit entfernten Planeten liefern, auf denen Ozeane, Kontinente, Polkappen und Wolkenfronten zu sehen sind", sagt Webster. Und sollte es extraterrestrische Regenwälder und Wüsten geben, könnten diese ebenfalls unterschieden werden. Das NASA Institute for Advanced Concepts gibt Webster und seinen Kollegen nun 75.000 Dollar und sechs Monate Zeit, ihre Pläne auszuarbeiten und die Tauglichkeit der gigantischen Lochkamera theoretisch zu belegen. Im Erfolgsfall wird das Projekt für weitere zwei Jahre gefördert.

 

Mehr im Internet
Homepage Webster Cash
Lochkamera
NASA Institute for Advanced Concepts

 

 

 

 

 

 

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