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05.10.2004 - MEDIZIN-NOBELPREIS

Ausgezeichneter Geruchssinn

Carsten Meinke

Dr. Linda Buck

Der Riechsinn wird häufig unterschätzt, ist jedoch einer der wichtigsten Sinne des Menschen. Die Aufklärung seiner grundlegenden Funktionsweise wird mit dem diesjährigen Nobelpreis für Physiologie oder Medizin gewürdigt. Preisträger sind Richard Axel von der New Yorker Columbia University und Linda Buck vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle. Linda Buck ist erst die zwöfte Frau, die mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird, Richard Axel der jüngste Preisträger.

Axel und Buck entdeckten eine Familie von Genen, die die Information für Duftstoffrezeptoren tragen. Jeder dieser Rezeptoren spricht auf einige wenige Duftstoffe an, wenn sie mit der Atemluft über das Riechepithel am Dach der Nasenhöhle streichen. Bislang sind beim Menschen etwa 1.000 Gene für solche Duftstoffrezeptoren bekannt - entsprechend einem Dreißigstel des Genoms.

 Richard Axel
Zunächst gemeinsam arbeitend, dann getrennt, erkundeten Axel und Buck, wie die Geruchs-information von der Nase ins Gehirn gelangt. Dabei fanden sie, dass jede Riechsinneszelle nur einen Typ von Duftstoff-rezeptor bildet. Abhängig von ihrer Duftstoff-Spezialisierung, senden die Zellen ihre Ner-venfortsätze in eng umrissene Regionen in den Riechkolben des Gehirns. In diesen Glomeruli werden die Informationen zu einem Duftstoff gebündelt und dann in die Tiefen des Gehirns weitergeleitet. Dort mit Erinnerungen verknüpft, können sie später Wohlgefühl hervorrufen oder aber Alarm auslösen.

Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ist in diesem Jahr mit 10 Millionen Schwedischen Kronen dotiert, entsprechend 1,1 Millionen Euro. Die Preisverleihung findet am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm statt.

 

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