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09.02.2005 - DFG-FORSCHERGRUPPE

Tierarzneimittel im Boden

(kso) Der Einsatz von Tierarzneimitteln ist in der Landwirtschaft keine Seltenheit. Über den Wirtschaftsdünger gelangen die Mittel allerdings in die Böden, zum Beispiel über Schweinegülle. Ökologisch wirksame Konzentrationen von antibakteriellen Tierarzneimitteln werden seit kurzem in Böden nachgewiesen. Unklar ist jedoch, welche Folgen dies für die Umwelt konkret hat. Für eine umfassende Analyse fehlen grundlegende Modellvorstellungen.

Die neue DFG-Forschergruppe an der TU Berlin will klären, wie Tierarzneimittel unter dem Einfluss von Wirtschaftsdüngern im Boden wirken, wie sie abgebaut werden und welche spezifischen Effekte es auf Bodenorganismen gibt. Was passiert zum Beispiel mit Struktur und Funktion von Gemeinschaften von Mikroorganismen im Boden? Werden Organismen mit der Zeit resistent gegen Tierarzneimittel?  Wird die Resistenz übertragen, möglicherweise auf für die Menschen gefährliche Mikroorganismen? Dies soll anhand mindestens zweier unterschiedlicher Zielstoffe geklärt werden: Zum einen Sulfadiazin, mit dem Wachstum von Bakterien gehemmt wird, und zum anderen das zu den Penicillinen zählende Amoxicillin, das vorwiegend gegen Infektionen im Magen-/Darmbereich eingesetzt wird.

Die Forscher wollen in zwei Phasen vorgehen. Zunächst sollen vorwiegend Labor- und kontrollierte Feldversuche durchgeführt werden, um unter anderem die Prozesse zu verstehen, die die Dynamik und Wirkung der Stoffe im Boden allein und unter dem Einfluss tierischer Exkremente steuern. In einer zweiten Phase werden die Prozesse gekoppelt und in einem gemeinsamen Freilandversuch überprüft. Damit will die Forschergruppe die für das Umweltverhalten der Zielstoffe wesentlichen Steuergrößen und -mechanismen aufdecken und messbar machen.

In der Gruppe, die am Institut für Ökologie der TU Berlin angesiedelt ist, arbeiten auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Bonn, Rostock, Osnabrück und Dortmund, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft und des Forschungszentrums Jülich mit.

 

Mehr im Internet:
Institut für Ökologie der TU Berlin


 

 

 

 

 

 

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