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23.02.2005 - KAMBODSCHA

Software für Tempel

(jtu) An der Universität Heidelberg wird eine Software entwickelt, um verfallene kambodschanische Tempel am Computer dreidimensional zu rekonstruieren. Die Software soll auch bei der Suche nach den am meisten gefährdeten Stellen in den alten Tempeln helfen, um die dringlichsten Restaurierungsarbeiten herauszufinden. Die Tempel sind nicht nur durch das tropische Klima sehr stark der Verwitterung ausgesetzt. Auch teilweise Absenkungen des Untergrundes haben zum Zerfall der aus über 70 Haupttempeln bestehenden Anlage, die eine Fläche von 400 Quadratkilometern einnimmt, geführt. Hinzu kommt, dass die Steine ohne Mörtel einfach aufeinander gesetzt wurden und sogar Bäume zwischen den Steinen hindurchwachsen.

Professor Hans Georg Bock vom Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen der Universität Heidelberg:  "Schon diesen Monat wird eine Gruppe von etwa 15 Studenten der Universität Heidelberg mit Studenten in Kambodscha in Kontakt treten, um gemeinsam Tempel zu rekonstruieren.", erläutert Bock. Problematisch ist weniger die Finanzierung der hiesigen Studenten als die der kambodschanischen. So ist Professor Bock noch auf der Suche nach einem Sponsor. "Ein Stipendium von 20 bis 30 Euro im Monat wäre für einen Studenten in Kambodscha schon eine große Unterstützung", beschreibt der Mathematiker die dortigen Verhältnisse.

"Angkor virtuell wieder entstehen zu lassen", ist ein Fernziel. Dafür wurde schon für das Nationalmuseum in Phnom Penh ein eigenes Computer gestütztes Archivierungs- und Dokumentationssystem entwickelt. "Bisher gibt es dort nur Fotos", erläutert Professor Bock. Mit neuen Methoden sollen in Zukunft die Statuen und andere Ausstellungsobjekte auch dreidimensional erfasst werden. Damit kann beispielsweise der Kopf einer Statue, der sich in Paris befindet, mit dem in Kambodscha befindlichen restlichen Körper am Computer zusammengefügt werden.


Mehr im Internet:
Wissenschaftliches Rechnen Universität Heidelberg

 

 

 

 

 

 

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