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31.03.2005 - INNOVATIONSKONFERENZ

Was der Osten braucht

Sylva Ullmann

Innovationen brauche das Land (besonders der Osten), wissens-basierte Unternehmen, anwendungsorientierte Forschung, kreative Menschen mit Mut zum Risiko, dies war das Fazit von Bundes-ministerin Edelgard Bulmahn beim Auftakt der Innovationskonferenz "Aufbau Ost" am 31. März 2005 in Berlin. Auf Einladung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI) und unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse versammelte sich was Rang und Namen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hat im Haus der Wirtschaft. Neben Ministerin Bulmahn, waren auch ihre Ministerkollegen Clement und Stolpe sowie BDI-Präsident Jürgen R. Thumann bemüht, die Erfolgsstories ihrer Institutionen beim Thema "Aufbau Ost" darzustellen. Denn Erfahrungen aus erfolgreichen Beispielen sollten in neue Handlungsempfehlungen für Wirtschaft und Politik einfließen und bestehende Förderprogramme weitergeführt werden.

Das Innovationspotenzial in Ostdeutschland liege zwar immer noch hinter dem Westdeutschlands, doch forschungsintensive und technologiebasierte Unternehmen zeigen, dass sie den Aufbau Ost voran brächten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert deshalb in den Neuen Ländern den Aufbau von Netzwerken aus Forschung und Wirtschaft. Im Rahmen der BMBF-Innovationsinitiative "Unternehmen Region" entwickelten sich "wettbewerbsfähige Regionen mit spezifischen Kompetenzen", so Ministerin Bulmahn. So habe sich die Region um Dresden zum europäischen Silicon Valley, dem europäischen Elektronik-Standort entwickelt. In den letzten Jahren seien dort aufgrund massiver Forschungsförderung rund 20.000 Arbeitsplätze entstanden. Zwei Aspekte der Forschungsförderung seien entscheidend: Innovation und der Faktor Mensch. So soll nun die wirtschaftsnahe Nachwuchsförderung mit Ausrichtung auf anwendungsorientierte Forschungsprojekte die Regionen stärken. Konkret werden ab diesem Jahr Nachwuchsforschungsgruppen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen installiert, die bei einer fünfjährigen Förderung mit kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region an konkreten Innovationen forschen. Bis zum Jahr 2012 stehen dafür 150 Millionen Euro zu Verfügung.

Ebenfalls Teil der BMBF-Innovationsinitiative "Unternehmen Region" sind die so genannten Innovationsforen in den Neuen Ländern, mittels derer Netzwerke aus Wirtschaft und Forschung initiiert werden sollen. Die Arbeitsschwerpunkte für die jeweils zweitägigen Innovationsforen reichten von Konzepten für Bioraffinerien bis zu mobil einsetzbaren Laserquellen. Seit dem Start des Programms "Unternehmen Region" im Jahr 2001 wurden 60 interregionale Allianzen bei der Formierung nachhaltiger Netzwerke gefördert. Daraus entstanden in den meisten Fällen dauerhafte Kooperationen. Jedes Forum erhält für sechs Monate maximal 85.000 Euro.

Abzuwarten bleibt, welche konkreten Handlungsempfehlungen auf der Innovationskonferenz entwickelt werden. Oder ob es eine Veranstaltung ist, bei der man sich zufrieden auf die Schulter klopft und sich über das Dresdner Silicon Valley, über "ultra optics" in Jena, "Mahreg" in Sachsen-Anhalt freut.


Mehr im Internet:
BMBF-Initiative "Unternehmen Region"
Übersichtskarte der Forschungsregionen
Homepage BDI

 

 


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