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15.06.2005 - INNOVATIONS-OFFENSIVE

Hasso Plattner tritt an

Hasso Plattner

(kso) Auf einem "Forum für Entrepreneurship" hat Wissenschaftsmäzen Prof. Hasso Plattner am Montag (13. Juni) in Potsdam zu einer gesamtgesellschaftlichen Innovations-Offensive in Deutschland aufgerufen. Vor 250 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik stellte er als eigenen Beitrag zu dieser Offensive ein neuartiges Gründerzentrum für junge, Erfolg versprechende Informationstechnologie-Firmen vor. Es hat seinen Sitz in unmittelbarer Nachbarschaft zum Potsdamer Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik. Dort werden hochbegabte Studenten in dem deutschlandweit einzigartigen Uni-Studiengang "IT Systems Engineering" ausgebildet. Kern des neuen Gründerzentrums in Potsdam ist ein Inkubator. Den jungen IT-Unternehmen, die in diesen "Firmen-Brutkasten" aufgenommen werden, stellt ein mit mehr als 50 Millionen Euro ausgestatteter Fonds Wagniskapital bereit.

Plattner (61) leitet die neue Einrichtung unter dem Namen "Hasso Plattner Ventures" zusammen mit Eran Davidson (46), einem israelischen Venture Capital- und Inkubator-Spezialisten. In dem Potsdamer Gründerzentrum für junge IT-Firmen sollen junge Firmengründer unter Anleitung erfahrener Berater und mit Unterstützung durch Wagniskapital softwaregetriebene Produktideen "ausbrüten" und marktreif machen. Plattner legt für das Projekt einen Fonds auf, von dessen Kapitalausstattung mit über 50 Millionen Euro er mindestens die Hälfte beisteuert. Weitere Investoren können sich mit mindestens jeweils fünf Millionen Euro engagieren.

Plattner kritisierte bei der Vorstellung seines Vorhabens die mangelnde Risikobereitschaft in Deutschland. "Wir müssen den
Unternehmergeist in Deutschland wieder beleben", betonte Plattner vor den Forumsteilnehmern. Er appellierte an die Bundesregierung, an die größten Börsen notierten Unternehmen sowie an die vermögendsten Deutschen, künftig jährlich mindestens eine Milliarde Euro zusätzlich für die Förderung von Firmengründungen zu investieren. "Der Staat sollte jährlich 250 Millionen und die DAX 30-Unternehmen sowie die mehr als 40 Milliardäre in Deutschland sollten jeweils zehn Millionen Euro beisteuern. Dann kommen wir locker auf den Betrag", erklärte Plattner.

Wenn Deutschland im internationalen Wettbewerb mithalten wolle, brauche das Land junge, neue Unternehmen, vor allem in dynamischen Wachstumsmärkten wie der Informationstechnologie und Telekommunikation. "Deren Erfolg wird dann auch Wachstum in anderen Bereichen nach sich ziehen", sagte Plattner. Sein Potsdamer Projekt macht sich nun auf die Suche nach "den ideenreichsten jungen Top-Leuten aus der Wissenschaft, die viel Unternehmergeist haben und Ideen für besonders benutzergerechte IT-Produkte und Dienstleistungen mitbringen - geeignet für den Weltmarkt". Es gehe um innovative Projekte, die drängende Probleme lösen oder gravierende Verbesserungen ermöglichen wollten. Im Fokus hat Plattner dabei nicht nur Absolventen seines Instituts, sondern auch Talente anderer führender Universitäten
und Forschungseinrichtungen.

  Eran Davidson, Direktor von
  Hasso Plattner Ventures
Nach Angaben des Direktors von "Hasso Plattner Ventures", Eran Davidson, sollen jährlich durchschnittlich fünf Startup-Firmen in den Inkubator in Potsdam aufgenommen werden. "Voraussetzung ist, dass sie ihren Firmensitz bei uns ansiedeln. Sie müssen ferner eine maßgeschneiderte 'road map' für die künftige Entwicklung aufstellen und verfolgen", betonte Davidson auf dem Potsdamer "Forum für Entrepreneurship".

Bereitschaft zu intensivem Manager-Mentoring und -Coaching gehören genauso zu den Bedingungen einer Zusammenarbeit mit "Hasso Plattner Ventures" wie der Wille, sich im Produktdesign und Marketing unterstützen zu lassen. Geboten werden ferner eine hervorragende technische Infrastruktur, kompletter Büro-Service sowie die frühe Vermittlung von strategischen Partnern und Hilfe beim Zugang zu den relevanten Märkten. Untergebracht sein wird "Hasso Plattner Ventures" in einer alten, komplett renovierten Villa zwischen dem Hasso-Plattner-Institut und dem Filmpark in Potsdam-Babelsberg.

Maximal rund vier Millionen Euro sollen jeweils in die den meisten Erfolg versprechenden Firmenprojekte investiert werden. Das 'kick start investment' werde bei etwa einer halben Million Euro liegen, sagte Davidson. Im Gegenzug übertragen die neu gegründeten Unternehmen Firmenanteile. Davidson rechnet damit, dass die Startup-Firmen im Durchschnitt zwei Jahre lang im Inkubator bleiben.

 
 
Mehr im Internet:
Hasso Plattner Ventures   
Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik HPI    
Leibniz-Medaille für Plattner, scienzz 09.05.2005  
Erste Masterabsolventen am HPI, scienzz 26.04.2005      
   

 

 

 

 


 

 


 

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