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24.06.2004 - KAFFEEKULTUR

Natürlich koffeinarm

von Carsten Meinke

 Besonders koffeinarme Kaffeepflanzen haben brasilianische Wissenschaftler entdeckt. Wie die Gruppe im Magazin "Nature" berichtet, scheinen die Pflanzen aufgrund einer Mutation kaum noch Koffein herstellen zu können. Diese Eigenschaft sollte sich binnen weniger Jahre auf die kommerziell am stärksten genutzten Kaffeelinien übertragen lassen.

Die aus Äthiopien stammenden Pflanzen gehören zur Art Coffea arabica, berichten Luiz Fazuoli vom Instituto Agronômico de Campinas und seine Kollegen, und damit zu der am häufigsten angebauten und konsumierten Kaffee-Spezies. Umso leichter sollten die gewünschten Eigenschaften durch gezielte Kreuzung übertragen werden können. Die neuen Resultate zeigten, wie nützlich das Anlegen und Charakterisieren von Samenbanken sei, so die Forscher.

Entkoffeinierter Kaffee macht etwa ein Zehntel des weltweiten Kaffeekonsums aus. Gebrüht wird er aus Kaffeebohnen, denen man vor der Röstung mit organischen Lösungsmitteln, Wasser bzw. Kohlendioxid das Koffein entzogen hat. Seit einigen Jahren wird versucht, auf gentechnischem Weg koffeinarme Kaffeepflanzen zu erzeugen - bislang mit mäßigem Erfolg. Dagegen haben Fazuoli und seine Kollegen seit 1987 mehrere Tausend Kaffeepflanzen aus aller Welt auf ihren Koffeingehalt untersucht, um Ansatzpunkte für traditionelle Züchtungsmethoden zu finden.

Die Samen der drei jetzt identifizierten Kaffeepflanzen enthalten pro Gramm Trockengewicht lediglich 0,76 Milligramm Koffein, berichten die Forscher. Kommerzielle Linien bringen es dagegen auf über 10 Milligramm. Umgekehrt enthalten die koffeinarmen Pflanzen besonders viel Theobromin, das letzte Zwischenprodukt in der biologischen Koffeinsynthese. Offenbar ist das Gen für das entsprechende Enzym, die Koffeinsynthase, bei den koffeinarmen
Pflanzen mutiert. Weitere Versuche bekräftigten diese Vermutung, schreiben Fazuoli und Kollegen.

 

Mehr im Internet: www.quarks.de/kaffee/00.htm

 


 

 

 

 

 

 

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