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24.06.2004 - SATURMOND

Phoebe ist lebendes Fossil

Carsten Meinke

Bild: JPL

Bei dem Saturnmond Phoebe handelt es sich um eine Art lebendes Fossil. Das lassen Daten vermuten, die die Saturnsonde Cassini während ihrer Passage des kleinen Mondes gesammelt hat. Nach einer erste Analyse kommen amerikanische Planetenforscher zu dem Schluss, dass Phoebe ursprünglich zu jenen urtümlichen Objekten gehörte, die heute in den eisigen Außenbezirken des Sonnensystems ihre Bahn ziehen.

"Alles spricht dafür, dass Phoebes Oberfläche aus Wassereis, wasser- haltigen Mineralien, Kohlendioxid sowie möglicherweise Tonen und primitiven organischen Verbindungen besteht", sagt Roger Clark vom US Geological Survey in Denver. "Zudem haben wir den spektralen Fingerabdruck eines noch nicht identifizierten Materials gefunden." Cassini hatte Phoebe am 11. Juni im Abstand von lediglich 2.000 Kilometern passiert und dabei ein ganzes Arsenal von Instrumenten auf den Mond gerichtet.

Clark und seine Kollegen sehen in Phoebe den Überrest eines Planetesimals. Diese relativ kleinen Objekte stellten vor gut 4,5 Milliarden Jahren das Rohmaterial für die wachsenden Planeten. Deren Schwerkraft katapultierte wiederum viele der "Bausteine" in die äußeren Regionen des Sonnensystems. "Ganz offenbar blieb Phoebe jedoch zurück, gefangen von der Schwerkraft des jungen Saturn", erläutert Torrence Johnson vom Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena.

Cassinis Messungen zufolge erreichen die Temperaturen selbst auf der Sonnenseite Phoebes lediglich minus 173 Grad Celsius, 110 Grad über dem absoluten Nullpunkt. Die mittlere Dichte des kleinen Saturnmondes beträgt 1,6 Gramm pro Kubikzentimeter und lässt vermuten, dass sein Inneres aus einer Mischung von Wassereis und Mineralien besteht. "In lediglich zwei Wochen haben wir mehr über Phoebe gelernt als in den 100 Jahren seit ihrer Entdeckung", freut sich Johnsons Institutskollege Dennis Matson. Derweil streben Cassini und die huckepack auf ihr reitende Sonde Huygens ihrem Rendezvous mit Saturn selbst entgegen. Bereits am 30. Juni soll das Duo in eine Umlaufbahn um den Ringplaneten einschwenken.

 

Mehr im Internet:
Jet Propulsion Laboratory Pasadena
Cassini-Huygens Mission to Saturn
Entwicklung des Sonnensystems
The Kuiper Belt

 

 

 

 

 

 

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