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14.07.2005 - CASSINI-HUYGENS

Enceladus im Visier

Bild: NASA/JPL

(kso) Am heutigen Donnerstagabend wird die amerikanische Raumsonde Cassini so nahe wie nie zuvor am Saturnmond Enceladus vorbeifliegen und Kameras und Messinstrumente auf den Eismond ausrichten. Um 22.19 Uhr MESZ wird der Orbiter, der seit einem Jahr den zweitgr??ten Planeten unseres Sonnensystems umrundet, in nur 169 Kilometer H?he mit einer Geschwindigkeit von 8,17 Kilometer pro Sekunde ?ber die Oberfl?che von Enceladus fliegen und anschlie?end f?r drei Stunden Daten zur Erde ?bertragen. Nach dem Enceladus-Vorbeiflug wird Cassini au?erdem den Mond Epimetheus aus gr??erer Entfernung untersuchen. Der n?chste nahe Vorbeiflug an einem Saturnmond wird am 2. August 2005 stattfinden: Cassini wird dann aus 62.000 Kilometer Entfernung den Trabanten Mimas unter die Lupe nehmen.

Enceladus ist einer der interessantesten der bis heute bekannten 34 Trabanten des Saturns. Mit seinen 505 Kilometer Durchmesser ist er der sechstgr??te der Saturnmonde. Seine aus fast purem Wassereis bestehende Oberfl?che reflektiert das Sonnenlicht zu 90 Prozent. Weil auf der Oberfl?che von Enceladus deutlich weniger Einschlagskrater als auf den benachbarten Monden zu sehen sind, vermuten die Forscher, dass seine Oberfl?che deutlich j?nger ist als die mehrere Milliarden Jahre alten Landschaften von beispielsweise Iapetus, Tethys oder Rhea. Dies gab Anlass zu der Vermutung, dass Wasser, vermengt mit weiteren fl?chtigen Bestandteilen aus dem Inneren des Mondes, von Zeit zu Zeit nach oben dringt und sich ?ber die Oberfl?che ergie?t. Bei den sehr niedrigen Temperaturen im ?u?eren Sonnensystem w?rden solche Fl?ssigkeiten sehr schnell zu Eis erstarren - in der Sprache der Geologen spricht man von "Kryovulkanismus". Dies w?rde erkl?ren, warum kaum ?ltere Meteoritenkrater auf Enceladus zu sehen sind.

Bei einer ersten Ann?herung Cassinis an Enceladus am 9. M?rz 2005 konnten jedoch keine geologischen Strukturen erkannt werden, die auf Eisvulkane schlie?en lassen. Stattdessen wurde anhand der in unterschiedlicher H?ufigkeit verteilten Meteoritenkrater deutlich, dass es auch auf Enceladus sehr alte, schon ?ber eine Milliarde Jahre existierende Landschaften gibt. Bemerkenswert war die Entdeckung, dass Enceladus von einer hauchd?nnen Atmosph?re aus elektrisch geladenen Wassermolek?len umgeben ist, was die These vom Eisvulkanismus auf dem Saturnmond st?tzen k?nnte: Denn zur Aufrechterhaltung der Atmosph?re bedarf es einer permanenten Quelle, aus der die Wassermolek?le der Atmosph?re zugef?hrt werden.

Die vom heutigen Vorbeiflug erwarteten Bilder werden etwa 150 Mal kleinere Details zeigen als die des ersten Enceladus-Vorbeiflugs von Cassini. Neben Bildern des Kamerasystems sollen vor allem auch Messungen mit dem Spektrometer VIMS (Visual and Infrared Mapping Spectrometer) in den Wellenl?ngen des sichtbaren Lichts und im nahen Infrarot Aufschluss ?ber die genaue chemische Zusammensetzung von Enceladus geben. 



Mehr im Internet:
DLR Cassini-Huygens News Archiv 

 


 

 


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