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15.07.2005 - GENETIK

Existieren "Intelligenz-Gene"?

Carsten Meinke / JKM

Der Intelligenzquotient eines Menschen könnte sich vielleicht einmal an seinen Genen ablesen lassen. Australische und niederländische Forscher haben zwei Erbgutregionen ausfindig gemacht, deren Varianten mit unterschiedlichen IQ-Werten einherzugehen scheinen. Ihre Resultate präsentieren die Forscher im "American Journal of Human Genetics".

Nicholas Martin vom Queensland Institute of Medical Research und seine Kollegen fanden die Regionen auf den Chromosomen 2 und 6. Die menschliche Intelligenz werde von einer Vielzahl unterschiedlicher Gene beeinflusst, betont der Forscher. "Dies ist ein guter Anfang. Der nächste, schwierigere Schritt wird es sein, die spezifischen Gene in diesen Chromosomenregionen zu finden, die für die Variation der Intelligenz verantwortlich sind."

Martin und Kollegen verglichen das Erbgut von 634 australischen und niederländischen Geschwisterpaaren. Dabei fanden sie, dass zwei Regionen auf dem langen Arm des Chromosoms 2 und auf dem kurzen Arm des Chromosoms 6 scheinbar Variationen in der Intelligenz widerspiegeln: Wiesen die Geschwister starke IQ-Unterschiede auf, fanden sich in den zwei Erbgutregionen ebenfalls deutliche Unterschiede in der DNA-Sequenz. Bis zu 80 Prozent der IQ-Variation ließen sich auf diese Weise erklären, schreiben die Forscher.

Schon früher waren Mutationen in Genen entdeckt worden, die zu krankhaften, schweren Beeinträchtigungen der geistigen Fähigkeiten führen. Laut Martin und Kollegen scheinen die jetzt identifizierten Chromosomenabschnitte dagegen verschiedene Aspekte der generellen Intelligenz zu prägen. Beide überlappten mit Regionen, die bereits mit Autismus bzw. Lese- und Rechtschreibschwäche in Verbindung gebracht worden seien.

 
 
Mehr im Internet:
Queensland Institute of Medical Research    
Arbeitsgruppe Nick Martin   
Die Chromosomen des Menschen 
Was ist Intelligenz?   
Verteilte Verarbeitung prägt Intelligenz, scienzz 20.07.2004  
    

 


 

 


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