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24.07.2005 - STUDIENGEBÜHREN

Schaden offenem Zugang

(kso) Nach dem Urteil des Bundesverfassunggerichts vom 26. Januar 2005 steht die Wiedereinführung von Studiengebühren in einigen Ländern unmittelbar bevor. In einer Modellanalyse unter dem Titel "Eine ökonomische Analyse der Auswirkungen von Studiengebühren auf die Zugangsgerechtigkeit in der Hochschulbildung", wird der Frage nachgegangen, ob staatlich abgesicherte Darlehen mit einkommensabhängiger Rückzahlung geeignet sind, die Sozialver- träglichkeit von Studiengebühren zu sichern. Bei der Arbeit, die jetzt in der HIS-Schriftenreihe "Hochschulplanung" als Nr 177 erschienen ist, handelt es sich um die Dissertation des HIS-Mitarbeiters Thorsten Lang, die an der Universität Duisburg-Essen entstanden ist.

Aus der Analyse vesucht der Autor zudem Bedingungen abzuleiten, unter denen die Einführung sozialverträglicher Studiengebühren möglich scheint. Die Fragestellung orientiert sich an der Maßgabe des Verfassungsgerichtes, die Gebühren sozialverträglich zu gestalten. Wie dies erfolgen kann, ist eine derzeit noch weitgehend ungeklärte Frage. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Einfluss von neueren Gebührenmodellen auf das Verhalten der Studienberechtigten bislang noch nicht ausreichend untersucht worden ist.

Bisher wurde die Einführung von Studiengebühren primär unter Effizienzaspekten untersucht und unter diesem Gesichtspunkt positiv bewertet. Die Frage der Zugangsgerechtigkeit wurde dagegen eher am Rande behandelt und konzentrierte sich auf ein mögliches Versagen des Marktes für Bildungsdarlehen. In der vorliegenden Publikation rückt dagegen das Verhalten der Studierenden bzw. potentiellen Studierenden in den Mittelpunkt, und wird mit verschiedenen ökonomischen Erklärungsansätzen untersucht.

Der Verfasser vertritt die These, dass Studiengebühren, selbst in Verbindung mit staatlichen Darlehen und einkommensabhängiger Rückzahlung oder in Verbindung mit privaten Stipendien und mit Freiplätzen, nur sehr begrenzt geeignet sind, einen offenen Zugang zur Hochschulbildung zu gewährleisten. Im Anschluss an die Analyse entwickelt der Verfasser ein eigenes neues Finanzierungsmodell, den Studienvertrag, der sowohl dem Effizienz- als auch dem Zugangs- gerechtigkeitsziel gerecht werden soll.


Mehr im Internet:
HIS-Reihe Hochschulplanung   
Hochschul-Informations-System GmbH - HIS  

 


 

 


 

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