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24.07.2005 - AUSZEICHNUNGEN

Ernst-Ruska-Preis verliehen

Dr. Andrea Thust - Bild: FZ Jülich

(kso) Den neubegründeten Ernst-Ruska-Preis erhalten Dr. Andreas Thust vom Forschungszentrum Jülich und Dr. Wim Coene von den Philips Research Laboratories in Eindhoven. Die beiden Physiker verdoppelten die nutzbare Auflösung von Elektronenmikroskopen durch den Einsatz von rechnergestützten Analysewerkzeugen und können so ein extrem scharfes Bild der Probe erzeugen. Verliehen wird die Auszeichnung Ende August in Davos. Der Preis geht auf den 1988 verstorbenen Nobelpreisträger Ernst Ruska zurück und wird von der Deutschen Gesellschaft für Elektronenmikroskopie künftig alle zwei Jahre international ausgeschrieben und verliehen. Die Auszeichnung würdigt herausragende Entwicklungen rund um das Elektronenmikroskop.

Thust und Coene begannen 1994, die Bildfehler in gängigen Elektronenmikroskopen zu untersuchen und auszumerzen. "Jedoch bestehen prinzipielle physikalische Probleme bei der Hardware," erklärt Thust. "Bessere Linsen für Elektronen zu bauen, ist nur noch mit extrem hohem Aufwand möglich." Deshalb entwickelten die Physiker eine Software für die Bildverarbeitung. Aus mehreren verschwommenen Bildern lässt sich ein gestochen scharfes Bild errechnen. "Diese 'Software-Brille' korrigiert die bekannten Linsenfehler und macht so Details sichtbar, die weit kleiner als typische Atomabstände sind," sagt Thust. Seit gut drei Jahren fließen Thusts Forschungsergebnisse in marktreife Produkte. Inzwischen nutzen viele Labore weltweit das Know-how aus Jülich.

Die Preisverleihung unterstreicht das Weltniveau von Andreas Thusts Arbeitsplatz, dem 2004 gegründeten Ernst Ruska-Centrum für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen (ER-C). Es baut auf mehr als 15 Jahren Erfahrung der Jülicher Forscher auf. Am ER-C werden Proben aus Forschung und Industrie untersucht. Dazu stehen mehrere Spitzengeräte zur Verfügung, etwa das weltweit erste aberrationskorrigierte Transmissions-Elektronenmikroskop, das im Forschungszentrum entwickelt wurde und die Linsenfehler auf das technisch machbare Minimum reduziert. Binnen Jahresfrist werden zwei weitere Höchstleistungsmikroskope aufgestellt. Damit baut Jülich seine einmalige Position auf dem Feld der Elektronenmikroskopie weiter aus.


Mehr im Internet:
Forschungszentrum Jülich    
Ernst Ruska, Physik-Nobelpreis 1986

 

 


 


 

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