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15.08.2005 - OPTISCHE TECHNOLOGIEN

Bienen-Laser gegen Landminen

Carsten Meinke / JKM

Honigbienen und ihr sensibler Geruchssinn könnten vielleicht beim Aufspüren von Landminen helfen. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Biologen und Physiker im Fachblatt "Optics Express". Per Laser konnten sie verfolgen, wie sich auf Sprengstoff trainierte Immen im Luftraum über einem Minenfeld verhielten.

Laut Schätzung der Vereinten Nationen sind derzeit rund 110 Millionen Landminen in über 70 Ländern vergraben. "Angesichts der Rate, mit der sie gegenwärtig unschädlich gemacht werden, könnte es etwa 450 Jahre dauern, die Welt von Antipersonen-Minen zu befreien", schreiben die Forscher um Joseph Shaw von der Montana State University, Bozeman. Bisher mangle es an effizienten Methoden, die tödlichen Fallen aufzuspüren, ohne Menschen, Hunde oder teures Gerät zu gefährden.

Bienen lassen sich binnen Tagen auf Gerüche trainieren, indem man ihnen Zuckerwasser mit Spuren der jeweiligen Substanz gibt. Frühere Versuche hatten gezeigt, dass dies auch für Trinitrotoluol (TNT) bzw. seine flüchtigen Abkömmlinge gilt. Treffen die Tiere auf eine entsprechende Duftwolke, folgen sie dieser und halten über ihrer Quelle kurz inne. Shaw und Kollegen testeten nun, ob sich dieses Verhalten und die zugehörige "Bienen-Ballung" per Lidar (Light Detection and Ranging) verfolgen lässt, dem optischen Gegenstück zum Radar.

Die Forscher ließen Tausende auf 2,4-Dinitrotoluol (DNT) trainierte Bienen über einem Minenfeld der US-Armee ausschwärmen. Gleichzeitig tasteten sie den Luftraum über dem Gelände mit grün-gelben Laserpulsen ab und registrierten das reflektierte Licht. Die Lidar-Messungen lieferten mit Videoaufnahmen übereinstimmende Resultate: Demnach war die mittlere Bienendichte in den "Duftfahnen" vergrabener Minen besonders hoch.

Dem Lidar zufolge, schienen die Tiere jedoch einige Minen zu übersehen. Shaw und Kollegen vermuten, dass die Bienen in diesen Fällen sehr dicht über dem Boden flogen und nicht mehr von dem Laser erfasst wurden. Um noch tiefer und damit verlässlicher messen zu können, müsse man die Reflexionen von Bienen einerseits und von Pflanzen und unbelebten Objekten andererseits unterscheiden können. Eventuell könne man die Tiere mit fluoreszierenden Farbstoffen markieren, so die Forscher, vielleicht hinterlasse aber auch der Flügelschlag ein spezifisches Muster in den Lichtreflexen.

 
Mehr im Internet:
Optical Remote Sensor Laboratory, Montana State University 
Bee Alert, University of Montana   
International Campaign to Ban Landmines  
Biologie der Honigbiene  
Bienen: Zwei im Sinn  

 

 

 

 

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