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28.09.2005 - ARCHÄOLOGIE

Site Q enträtselt

Marcelo Canuto vor den Hieroglyphen von
Site Q.- Bild:Yale University

(jtu) Nach vier Jahrzehnten des Rätselratens wurde jetzt eine lange gesuchte Stadt der Maya-Kultur im Nordwesten Guatemalas gefunden. Bisher waren lediglich einzelne Ausgrabungsstücke bekannt, die Museen und private Sammler wegen ihrer hervorragenden Qualität - trotz der höchst dubiosen Herkunft - begierig aufgekauft hatten. Dem hypothetischen Fundort irgendwo im guatemaltekischen Dschungel hatten Forscher die Bezeichnung "site Q" gegeben.

"Dieses Paneel spiegelt exakt den Stil, die Größe, die Thematik und die historische Chronologie der Texte von der 'site Q' wieder", erklärt Marcello Canuto, Anthropologe an der Yale University in New Haven, Connecticut. Aus der sehr ähnlichen Machart habe man geschlossen, dass alle von dem gleichen Fundort, der "site Q", im guatemalte- kischen Dschungel stammten, vermutlich aus der Region Petén. Eben dort wurden der Forscher und seine Kollegen nun fündig. "Unser Fund beschließt daher eine der längsten und aufwändigsten Suchen nach einer Maya-Stadt in der Geschichte unserer Disziplin", so Canuto.

In einem alten, "La Corona" genannten Herrschaftszentrum stießen sie auf das Paneel mit seinen 140 Hieroglyphen. Der Text sei einer der längsten jemals entdeckten und behandle ein 30 Jahre währendes Kapitel der Maya-Geschichte, erläutert Canuto. "Die Entdeckung bekräftigt die Ansicht, dass es hier eine 'königliche Straße' gegeben hat, eine strategische Überlandroute, die die Maya-Hauptstadt mit den abhängigen Reichen im südlichen Tiefland verband", ergänzt sein Kollege David Freidel von der Southern Methodist University im texanischen Dallas. Seiner Ansicht nach ist es angebracht, der Region den Status eines Weltkulturerbes zu verleihen.



Mehr im Internet.
Site Q   
Website Marcello Canuto
Waka' and the Maya, David Freidel
The Search for Site Q     


 



 

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