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04.10.2005 - NOBELPREISE

Hänsch erhält Physik-Nobelpreis

Prof. Theodor W. Hänsch

(kso) Erstmals seit vier Jahren erhält ein deutscher Wissenschaftler den Nobelpreis für Physik. Professor Theodor W. Hänsch wurde gemeinsam mit den US-Forschern Roy Glauber und John Hall für Arbeiten im Bereich der laserbasierten Spektroskopie geehrt. Der 63-jährige Hänsch ist Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching im Norden der bayerischen Hauptstadt und gilt seit Jahren als einer der Pioniere der Laserspektroskopie und ihrer Anwendung in der modernen Physik.

Der gebürtige Heidelberger Hänsch promovierte 1969 in seiner Heimatstadt. Anschließend ging er an die Stanford Universität, wo er 1975 Full Professor wurde. Seit 1986 lehrt er an der Ludwig Maximilians Universität München. Hänsch hat im Laufe seiner Karriere schon einige hochrangige Preise erhalten. Erst in diesem Jahr bekam er den Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik. Außerdem erhielt er die Auszeichnung California Scientist of the Year (1973), den Gottfried Wilhelm Leibniz Preis der DFG (1988) und die Stern Gerlach Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (2000). Er ist auch  Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Der US-Amerikaner Glauber, Professor an der Harvard University, erhält eine Hälfte des Preises für seinen Beitrag zur Quantentheorie der optischen Kohärenz, so die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften. Licht verhält sich wie eine elektromagnetische Welle und gleichzeitig wie ein Strom von Teilchen, den als Photonen bezeichneten Energiepaketen. Roy Glauber habe gezeigt, wie sich diese Quantentheorie mit der klassischen Optik vereinbaren lasse.

Roy J. Glauber
Während thermische Lichtquellen wie Glühbirnen Licht verschiedener Farben und mit gegeneinander versetzten Schwingungen emittieren, senden Laser Licht einer einzigen Frequenz und Phase aus. Glauber habe die grundlegenden Unterschiede zwischen diesen Lichtquellen erklärt, so das Komitee weiter.

Hänsch und Hall, die sich die andere Hälfte des Preises teilen, werden für ihre Beiträge zur Entwicklung der auf Laser gegründeten  Präzisionsspektroskopie und der Frequenzkamm-Technik ausgezeichnet. Damit lässt sich einerseits die Frequenz von Licht mit einer Unsicherheit von Millionstel Milliardsteln messen, andererseits können Laser mit extremer Frequenzgenauigkeit konstruiert werden. John Hall ist am JILA der University of Colorado in Boulder tätig.

John L. Hall
Der letzte Physik-Nobelpreis für einen deutschen Wissenschaftler wurde vor vier Jahre an Wolfgang Ketterle 2001 vergeben. Gemeinsam mit zwei US-Kollegen wurde er für die Erschaffung des Bose-Einstein-Kondensats, der fünften Erscheinungsform der Materie, geehrt. Am morgigen Mittwoch wird die Bekanntgabe der diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger erfolgen. Traditioneller Höhepunkt der Woche der Nobelpreise ist die Bekanntgabe des Friedens- nobelpreises am Freitag.

Traditionsgemäß werden alle Nobelpreise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, überreicht.

 

 

 

Mehr im Internet:   
Nobelpreis-Kommittee  
Theodor W. Hänsch  
Group Homepage von Theodor W. Hänsch 
Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Garching  
Roy J. Glauber   
JILA, Boulder
 
 


 



 

 

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