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30.11.2005 - SEUCHENFORSCHUNG

Ebola-Wirt entdeckt

Hypsignathus monstrosus
Bild: J. Fahr/Universität Ulm

(su) Forscher haben starke Hinweise darauf gefunden, dass Flughunde (Hypsignathus monstrosus) für den Ausbruch des tödlichen Ebola-Virus bei Menschen und Tieren verantwortlich sind. Die Erkenntnisse, die in der morgigen Ausgabe des Magazins Nature veröffentlicht werden, sind das Ergebnis eines zehn Jahre währenden Lernprozesses und der Suche nach dem Aufenthaltsort des Ebola-Virus, bevor es zum Ausbruch der tödlichen Krankheit kommt.

Ebola verursacht ein heftiges Fieber, das 50 bis 90 Prozent der infizierten Menschen tötet. Seit den ersten Berichten über einen Ausbruch beim Menschen im Jahr 1976 hatten Forscher erfolglos versucht, den Herkunftsort des Virus zu identifizieren. Sie hatten dabei die Vermutung angestellt, dass dafür eine oder mehrere Tierarten in Frage kämen, denen die Krankheit nichts anhaben kann. Wäre diese Quelle einmal identifiziert, so die Forscher, würden sich Wege ergeben, die Übertragung zu verhindern.

Ein Team um Eric Leroy vom International Centre for Medical Research in Franceville, Gabun, stellt deshalb systematisch Fallen, sowohl im Kongo als auch in Gabun auf, und zwar jeweils in den Gegenden, in denen der Ebola-Virus Gorillas und Schimpansen getötet hatte. So fingen sie 1.030 Tiere darunter Fledermäuse, Vögel und Nagetiere. Sie fanden heraus, dass drei Arten von Flughunden den Ebola-Virus in sich trugen. Doch keines der Tiere zeigte irgendwelche Krankheitssymptome. Das entspricht, sagt Leroy, genau unseren Vorstellungen eines Wirtstieres. "Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die Fledermaus das Wirtstier ist, denn zu viele Fakten deuten darauf hin."

Schon frühere Untersuchungen bei gefangenen Fledermäusen, die den Ebola-Virus in sich trugen, hatten bei diesen keinerlei Krankheitssymptome hervorgerufen. Ebenso war bekannt, dass Fledermäuse als Wirt einiger anderer Viren wie Tollwut, Nipah, Hendra und SARS fungierten.

Andy Dobson von der Princeton University erklärte, dass ein Verständnis darüber, warum Fledermäuse dem Virus so gut widerstehen, der Wissenschaft wertvolle Hinweise geben könne, wie die Krankheit bei Mensch und Vieh unter Kontrolle zu bringen sei. Dobson schlägt vor, die DNA der Fledermäuse und anderer Säugetiere daraufhin zu untersuchen, wo der Schutzmechanismus gegen bestimmt Krankheiten sitzt. "Wir müssen herausfinden, ob und warum - das ist nicht das Gleiche - ein solcher Mechanismus in den Fledermäusen funktioniert, damit wir zu einem Durchbruch bei der Behandlung dieser Viruserkrankungen beim Menschen kommen können."

Leroy und seine Kollegen fügten hinzu, dass in trockenen Jahren, wenn es wenig Früchte in der Vegetation gäbe, die Opfer unter den Affen am höchsten seien. Das könne der Tatsache geschuldet sein, dass es im Konkurrenzkampf um das Futter zu vermehrten Kontakten zwischen Affen und Flughunden komme.

Nachdem jetzt bekannt sei, dass Fledermäuse die Wirtstiere für den Ebola-Virus sind, können die Gesundheitsbehörden erste Maßnahmen ergreifen, um zukünftige Ausbrüche der Krankheit zu begrenzen. Vor allen Dingen müsste in einigen Ländern die Bevölkerung davor gewarnt werden, Fledermäuse zu essen; alleine das sei schon ein wichtiger Anfang.


Mehr im Internet:
SARS wird wieder Thema, scienzz 13.09.2005 

 


 

  


 

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