(jtu) Das Bildungsbarometer von der Universität Koblenz-Landau
feiert seinen einjährigen Geburtstag. Professor Reinhold S. Jäger,
Leiter des Projektteams, legte jetzt den vierten Bericht vor. Tenor:
"PISA und vergleichbare Bildungsuntersuchungen haben die Misere des
deutschen Bildungswesens deutlich aufgezeigt; die Bevölkerung kann aber
noch nicht nachvollziehen, dass sich Verbesserungen im Alltag
eingestellt haben."
Die Bevölkerung, referiert Jäger aus dem
Zahlenwerk, betrachte den bei der Föderalismusdiskussion eingebrachten
Vorschlag, bis auf wenige Ausnahmen die Kompetenz für die Bildung bei
den Ländern zu belassen, mit großer Mehrheit als nicht akzeptabel: 93
Prozent der Befragten seien dafür, die Zuständigkeit bei der
Rechtschreibung dem Bund zu übertragen, 92 Prozent stimmen in die gleiche
Richtung bei den Bildungsinhalten der Allgemeinbildenden Schule, 74 Prozent
bei der Ausbildungsförderung und 72 Prozent bei den Studiengebühren. Ausnahme:
Schulversuche, etwa zur Ganztagsschule, sollten im Bereich der Länder
belassen werden (Zustimmung 61 Prozent).
"Offensichtlich", so Jäger, "hat die
Bevölkerung ein Gespür dafür, wo die Kompetenzrangeleien zu Lasten der
Chancengerechtigkeit des Einzelnen gehen. Deshalb wären die Politiker
gut beraten, diese Datenbasis des Bildungsbarometers auch als Votum zu
akzeptieren und künftige Bildungsentscheidungen danach auszurichten".
Da
Bildung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, wurde auch der Frage
nachgegangen, in welchem Ausmaß die öffentlich-rechtlichen Rundfunk-
und Fernsehanstalten Bildung zum Thema machen. 93 Prozent der Befragten waren
der Meinung, dass die Bildung in diesen Sendern zu kurz komme. "Gerade,
weil das Potenzial etwa des Fernsehens sehr groß ist, kann Bildung sehr
spannend, aber zugleich sehr nachhaltig vermittelt werden", meint Jäger.
Hatte
sich bereits beim vorletzten Bildungsbarometer die Bevölkerung für eine
Verkürzung der Jahresferienzeit ausgesprochen, so ging es diesmal um
verschiedene Begründungen für eine Verkürzung. Dabei steht für die
Befragten im Vordergrund, dass die Verkürzung als ein Mehr an Lernzeit
für Schülerinnen und Schüler genutzt werden kann. Die Rechnung lautet:
Lange Ferienzeit = viel Vergessen von Unterrichtsinhalten, kürzere
Ferienzeit = weniger Vergessen.
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Fukushima 1: Arbeiter wagen sich in Reaktorgebäude 1. Erstmals seit der Zerstörung am 11. März 2011 haben nun Arbeiter des Betreibers Tepco das Gebäude von Reaktorblock 1 betreten. Sie sollen Filtersysteme einbauen um die radioaktiv verseuchte Luft im Gebäude zu reinigen. Sie dürfen sich jedoch nur jeweils 10 Minuten im Gebäude aufhalten. Drei Gruppen sollen sich mit dem Einbau abwechseln.
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