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05.01.2006 - GENETIK

Rätselhafte Springmuster

Das Erbgut des Menschen ist übersät mit kurzen DNA-Sequenzen, die ihre Position wechseln können. Einige Regionen im Genom sind jedoch praktisch unberührt von solchen springenden Genen, haben australische Genetiker entdeckt. Was diese Tabuzonen auszeichnet, ist rätselhaft, schreiben die Forscher im Fachblatt "Genome Research".

Das Resultat sei umso bemerkenswerter, als etwa 45 Prozent des menschlichen Genoms auf Millionen springender Elemente zurückgingen, so John Mattick von der University of Queensland in Brisbane. Im Schnitt trete alle 500 Basenpaare ein solches Transposon auf, während die jetzt identifizierten "transposonfreien Regionen" teils über 10.000 Basenpaare lang sein.

Bei ihrer Untersuchung fanden Mattick und seine Mitarbeiter insgesamt 860 transposonfreie Regionen (TFR) im Erbgut des Menschen. Mäuse bringen es sogar auf 993 TFRs, Opossums dagegen nur auf 559. "Besonders auffällig ist, dass viele TFRs im menschlichen Genom an der gleichen Position beginnen wie in den Genomen von Maus und Opossum - und das, obwohl die Transposons erst nach dem letzten gemeinsamen Vorfahr der drei Linien auftauchten", erklärt Mattick. Offenbar seien die TFRs über 170 Millionen Jahre Evolution beibehalten worden.

Mattick und Kollegen nehmen an, dass die Tabuzonen im Genom eine wichtige biologische Rolle spielen. Ihre Analyse ergab, dass in 94 Prozent der TFRs mindestens ein DNA-Abschnitt liegt, der bekanntermaßen abgelesen und in RNA übersetzt wird. Der Großteil der unberührbaren Sequenzen codiere jedoch nicht für Proteine, so der Forscher. "Es scheint, als seien TFR ein Nebeneffekt eines oder mehrerer, derzeit kaum verstandener Mechanismen der Genregulation in höheren Organismen."


Mehr im Internet:
Mattick Group
Transposable Element Types
Die einzelnen Gruppen der Säuger
Schimpanse und Mensch: Vom feinen Unterschied
Parasitäre DNA bestimmt Traubenfarbe



 

 

 

 

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