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23.02.2006 - ZOOLOGIE

Zuwachs bei Lemuren

Carsten Meinke / JKM Media

Sahahamalaza Wieselmaki
Bild: Roland Hilgartner

Vielfalt im Verborgenen hat eine madagassische Forscherin gemeinsam mit Kollegen aus Europa und den USA entdeckt. Bei genetischen Untersuchungen auf Madagaskar lebender Lemuren fand die Gruppe gleich drei neue Arten.

Die Neulinge gehören zur Gattung der Wieselmakis (Lepilemur). Kaum ein Kilogramm schwer, sind die Tiere hauptsächlich nachts auf der Suche nach pflanzlicher Nahrung. Daher weisen sie kaum auffällige optische Merkmale auf. Um dennoch Klarheit über die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Gattung zu erlangen, warfen Nicole Andriaholinirina von den Universitäten Antananarivo und Strasbourg und ihre Kollegen einen eingehenden Blick auf das Erbgut der Tiere.

Die Gruppe studierte Chromosomenzahl und -gestalt von 99 Individuen aller bekannten Wieselmaki-Arten. Die Resultate waren im Einklang mit der bisherigen Einteilung in acht Arten. Als die Gruppe bei 68 Tieren zusätzlich ein Gen aus den Mitochondrien sequenzierte, ergaben sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen Individuen aus verschiedenen, durch Flüsse getrennten Regionen. Lepilemur dorsalis scheint demnach in zwei, Lepilemur ruficaudatus sogar in drei Arten zu zerfallen.

Die Rodung der Wälder Madagaskars bedroht die einzigartige Fauna der Insel. Laut den Wissenschaftlern, darunter auch Göttinger und Züricher Primatenforscher, helfen die neuen Resultate bei der Planung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen für die Lemuren. Diesen wird immer öfter auch zum Verhängnis, dass sie den Tag in Baumhöhlen verschlafen. Aus diesen Höhlen lassen sie sich mit Leichtigkeit fangen - viele von ihnen landen letztlich im Kochtopf.



Mehr im Internet:
BMC Evolutionary Biology
Deutsches Primatenzentrum
Anthropologisches Institut & Museum, Universität Zürich
What Is A Lemur
Karyogramm 

Zwei neue Affenarten entdeckt 

 

 

 

 

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