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10.04.2006 - FAHRZEUGTECHNIK

CLEVER erwachsen geworden

EU-Projekt CLEVER
(kso) In drei Jahren und vier Monaten Entwicklungszeit haben europäische Wissenschaftler gemeinsam mit mehreren Industriepartnern den Prototyp eines neuartigen Stadtfahrzeugs entwickelt. Unter Mitarbeit des Fachgebietes Kraftfahrzeuge der TU Berlin entstand CLEVER - das Compact Low Emission Vehicle for Urban Transport. Mit seinen drei Rädern hat es einen geringen Kraftstoffverbrauch, geringe Abgasemissionen sowie ein hohes Sicherheitspotenzial und bringt darüber hinaus eine Menge Fahrspaß. Mit 2,2 Millionen Euro finanzierte die EU das Vorhaben, bei dem drei europäische Universitäten und sechs Partner aus der Industrie, darunter die BMW Group in München, zusammenarbeiteten.

Das einen Meter breite und drei Meter lange Fahrzeug mit Tandem-Sitzen erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern. Sein Erdgasmotor erzeugt bei gleicher Leistung rund ein Fünftel weniger Kohlendioxid als ein herkömmlicher Benziner und sorgt für einen Verbrauch, der umgerechnet 2,5 Liter Benzin auf hundert Kilometern entspricht. Ein weiteres Plus ist der geräuschärmere Antrieb, der deutlich leiser als Benziner oder Diesel. Zwei Gasflaschen der bayerischen Firma WEH sollen für eine Reichweite von beinahe 200 Kilometern reichen.

CLEVER verfügt über eine Kabine, in der die Insassen den Sicherheitsstandard eines guten Kleinwagens genießen, obwohl dem Stadtfahrzeug herkömmliche Knautschzonen fehlen. Die Konstrukteure entwickelten daher neue Methoden zum Energieabbau bei einem Unfall und einen besonders steifen Kabinenrahmen. Aufwändige Rückhaltesysteme der Berliner Firma TAKATA-PETRI vermeiden bei einem eventuellen Crash lebensgefährliche Beschleunigungen für die Insassen. Mit mehreren Crashtests in Berlin erprobten die Wissenschaftler erfolgreich die "Festigkeit" des neu entwickelten Kleinfahrzeugs, teilte die TU Berlin mit.

Dank "mitdenkender" Elektronik, die von der Universität im englischen Bath kam, soll das Umkippen des Dreirads in Kurven verhindert werden. Wenn bei einem Auto mit breitem Fahrwerk sich die Karosserie bei schneller Kurvenfahrt leicht neigt, würden beim schmalen CLEVER das innere Rad abheben und das Dreirad unter Umständen umkippen. Deshalb neigt eine Hydraulik das Vorderrad mitsamt der Fahrerkabine ähnlich wie einen Motorradfahrer in der Kurve und verhindert so den Unfall. Gleichzeitig aber bleibt die Hinterachse mit zwei Rädern und der Antriebseinheit waagrecht.


Mehr im Internet:

Projekt CLEVER
Fachgebiet Kraftfahrzeuge der TU Berlin
Wesite der University of Bath zu CLEVER  


 

 

 

 

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