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25.04.2006 - NEUROLOGIE

Schlaganfälle gehen aufs Herz

Carsten Meinke / JKM

Auf einen Schlaganfall folgt bei einigen Patienten binnen Wochen ein Herzinfarkt. Wie es zu dieser Verbindung kommt, glauben amerikanische Mediziner entdeckt zu haben. Das Infarktrisiko steigt demnach auf ein Vielfaches, wenn bei dem Schlaganfall eine Region der Großhirnrinde beschädigt wird, die an der Regulation von Puls und Blutdruck beteiligt ist.

Die neuen Resultate könnten eine noch "passgenauere" Behandlung nach einem Schlaganfall ermöglichen, ist Gregory Sorensen vom Massachusetts General Hospital in Boston überzeugt. "Wir können die Patienten mit einem besonders hohen Risiko bereits bei der Einlieferung identifizieren und ihnen eine schützende Therapie verordnen."

Sorensen und seine Kollegen verglichen Kernspintomogramme der Gehirne von 100 Patienten, die einen Schlaganfall aufgrund einer verschlossenen Gehirnarterie erlitten hatten. Bei 50 dieser Patienten wiesen erhöhte Spiegel eines Herzmuskelproteins im Blut auf einen zusätzlichen Herzinfarkt hin. In diesen Fällen hatte der Schlaganfall besonders häufig den Inselkortex in der rechten Gehirnhälfte betroffen, berichten die Forscher im Fachblatt "Neurology".

Eine Schädigung des rechtsseitigen Inselkortex geht mit einem 15-mal höheren Herzinfarktrisiko einher, schätzt die Gruppe. In der tiefen Falte zwischen Stirn- und Schläfenlappen gelegen, empfängt diese Gehirnregion Signale aus dem Körper und beeinflusst wiederum die Funktion des autonomen Nervensystems.


Mehr im Internet:
Martinos Center for Biomedical Imaging, Massachusetts General Hospital
Kompetenznetz Schlaganfall
Insular Cortex


 

 

 

 

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