Berlin, den 13.03.2010 Link Home Link Ticker Link Magazin Link Galerie Link Impressum
ticker
aktuell
die woche
leute
kommentar
archiv
Suche
Go 
Copyright by scienzz.
All rights reserved.
archiv

26.04.2006 - GENETIK

Gen beeinflusst Trinkverhalten

Carsten Meinke / JKM

Manchen Menschen fällt es schwer, nach ein oder zwei Gläsern Wein mit dem Trinken aufzuhören. Ein Grund dafür kann im Erbgut liegen: Feine Unterschiede in einem Hormonrezeptor-Gen gehen mit einem unterschiedlichen Trinkverhalten einher, berichtet eine deutsch-britische Forschergruppe im Fachblatt "Molecular Psychiatry".

Das Gen trägt die Information für den Corticotropin-Releasing- Hormon-Rezeptor (CRHR1). Dieser spielt eine wichtige Rolle in der "Stressachse" Gehirn-Nebennierenrinde und ist zudem direkt an der Verhaltensregulation beteiligt. Gunter Schumann vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim und vom Londoner King's College und seine Kollegen fanden nun, dass Träger zweier Varianten des Gens zwar nicht häufiger trinken als andere, dies jedoch doppelt so häufig bis zur Trunkenheit tun.

Die Forscher untersuchten etwa 300 erwachsene Alkoholiker sowie knapp 300 Jugendliche, die im Alter von 13 Jahren erste Erfahrungen mit Alkohol machten. Anhand einzelner variabler Genbausteine, so genannter Single Nucleotide Polymorphisms (SNP), konnten sie ermitteln, welche Varianten des CRHR1-Gens die Teilnehmer trugen, und nach Verbindungen mit einzelnen Aspekten des Trinkverhaltens fahnden.

Die neuen Resultate ständen im Einklang mit solchen aus Tierversuchen, erläutert Schumanns Kollege Rainer Spanagel. "Wir konnten zeigen, dass Mäuse mit defektem CRHR1-Gen in Stresssituationen deutlich mehr Alkohol trinken als ihre Artgenossen. Bei uns Menschen ist das vermutlich ähnlich." Zwar seien die beiden kritischen Genvarianten mit einer Häufigkeit von 10 bis 20 Prozent in der Bevölkerung weit verbreitet. Neben äußeren Faktoren dürften jedoch zahlreiche weitere Gene Einfluss auf das Trinkverhalten haben. "Alkoholsucht wird zu 50 bis 60 Prozent vererbt", so Schumann.


Mehr im Internet: 
Zentralinstitut für seelische Gesundheit
Zahlen und Fakten zum Alkohol
Hormone des Menschen
Gen beeinflusst Alkohol-Empfindlichkeit
Ansichten zu Drogen werden früh beeinflusst


 

 

 

 

 <<< 

Artikel versenden

Druckversion

 >>> 
kurz gemeldet

Die EU-Kommission erwägt, den Mitgliedsstaaten freie Hand für Verbot oder Zulassung des Anbaus genetisch manipulierter Pflanzen zu geben. Dies teilte die Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel in Brüssel mit.

Amerikanische Ärzte glauben, ei- nem Impfstoff gegen AIDS näher gekommen zu sein. Sie modifizierten ein menschliches Protein, das in abgewandelter Form auch bei Nachtaffen vorkommt und die Ausbreitung des HI-Virus bremst, derart, dass es die gleiche hemmende Wirkung entwickelt.

Ab sofort soll die Meteorologische Organisation der UNO (WMO), ein weltumspannendes Informationssystem über Klimadaten aufbauen. Dies beschloss die Weltklimakonferenz der WMO in Genf.

Die Spucke einer südamerikani- schen Zeckenart könnte die Krebsbe- kämpfung revolutionieren. Ärzte vom Butantan-Institut in Sao Paulo stellten fest, dass die Spucke Krebszellen abtötet.

Bei geschlossener Schneedecke fressen Kohlmeisen Zwergfledermäuse, die sich im Winterschlaf befinden. Diese flexible Anpassung an das Futterangebot haben Max-Planck-Ornithologen in einer Höhle in Ungarn beobachtet. Sobald anderes Futter verfügbar war, verloren die Meisen ihr Interesse an den Fledermäusen.

wissenswert

28.08.2009 - ÖKOLOGIE

Ökonomie für den Naturschutz

Wissenschaftler und das Bundesamt für Naturschutz fordern ökonomische Wertung ökologischer Leistungen. > mehr

scienzz dossiers aktuell     

Gesichter der Goethezeit > mehr

Ungleiche Geschwister - Philosophie und Religion > mehr

Klassische Denker der Politik und Soziologie
> mehr

Das Papsttum - Glanz und Elend einer zweitausend- jährigen Geschichte
> mehr

Charles Darwin und der Streit um die Evolutions- theorie > mehr

Bilder, Worte, Wirklich- keiten > mehr


Weitere Scienzz Dossiers
> mehr

kurz gemeldet

Neue Hinweise für eine Virus- Beteiligung bei Prostatakrebs glauben US-Forscher gefunden zu haben. Sie haben das Virus XMRV bei fast jedem dritten untersuchten Prostata-Krebspatienten gefunden. Sollte das Virus der Auslöser sein, könnte man eine Impfung entwickeln wie gegen Gebärmutterhalskrebs.

Im Dschungel von Papua-Neugui- nea entdeckten Wissenschaftler vom Smithsonian Nationalen Museum für Naturkunde in Washington ein Nagetier, das die Größe eines Dackels erreicht. Die Riesenratte misst gut 80 Zentimeter und wird anderthalb Kilogramm schwer.

Der Schwanz, den Geckos auf der Flucht vor Verfolgern abwerfen, kann noch bis zu einer halben Stunde lang tanzende Bewegungen vollführen und den Feind auf diese Weise ablenken, so Zoologen der Clemson University in South Carolina.

Auf Kuba wurden die fossilen Reste eines riesigen Krokodils gefunden, das vor 20 Millionen Jahren gelebt haben soll. Das zehn Meter lange Skelett wurde in der Provinz Sancti Spiritus entdeckt.

In einem erloschenen Vulkan auf  der Osterinsel entdeckten Forscher der Universität von Manchester einen Steinbruch. Aus dieser Quelle könnten auch die roten Hüte stammen, die viele der legendären Riesenfiguren tragen, vermuten die Wissenschaftler.

Der deutsche Bundestag hat alle im Zweiten Weltkrieg gegen "Kriegsverräter" ausgesprochenen Urteile mit den Stimmen aller Fraktionen aufgehoben. Die Anlässe für diese Urteile reichten von politischem Widerstand und der Hilfe für verfolgte Juden über kritische Äußerungen über Krieg und Nazis bis hin zu Schwarzmarktgeschäften.

scienzz-partner

... LEUTE in scienzz

03.08.2009 - MATHEMATIK
Mit am Start bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin

 "Mathematik zählt, weil...du damit fast alles erklären kannst, vielleicht sogar deine gute Note in Sport", meint Mathematik-Professor Matthias Ludwig, Autor des Buches "Mathematik und Sport" und Mathemacher des Monats August der Deutschen Mathematiker Vereinigung. > mehr

wissenswert

17.07.2009 - ANTHROPOLOGIE

EVIDENCE
how do we know what we know?

"Evidence" ist eine Web- Ausstellung des Museums Exploratorium in San Francisco. Anhand einer Fallstudie wird erklärt, wie Wissenschaft funktioniert. Hierbei steht die Arbeit des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie zur Erforschung der menschlichen Ursprünge im Mittelpunkt. > mehr


 Anzeigen 

                       

Meine Bilder bei pixelio.de