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28.04.2006 - GENTECHNIK

Gen-Gerste im Freilandversuch

(kso) Die Justus-Liebig-Universität Giessen kann mit der Aussaat gentechnisch veränderter Gerste auf einer zehn Quadratmeter grossen landwirtschaftlichen Versuchsfläche beginnen. Damit wird erstmals gentechnisch veränderte Gerste in Deutschland freigesetzt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte den Antrag der Universität auf am 3. April 2006 genehmigt. In dem Freilandversuch können nun bis zum Jahr 2008 jährlich 5.000 gentechnisch veränderte Pflanzen freigesetzt werden. Die Gerste ist nicht für den Verzehr durch Menschen oder Tiere zugelassen.

Das vom BMBF geförderte Projekt "Zur biologischen Sicherheit gentechnisch veränderten Getreides" (Biosafety) wird seit April 2005 im Rahmen des Biosicherheitsprogramms der Bundesregierung "Biologische Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen" gefördert. Freigesetzt werden zwei Linien von Gerstenpflanzen. Die gentechnische Veränderung der ersten Linie ist darauf ausgerichtet, dass die Pflanze ein Enzym produziert, durch das sich die Gerste bei der Futtermittelherstellung bzw. das Gerstenmalz beim Brauen besser verarbeiten lässt. Die Gerstenpflanzen der zweiten Linie sollen widerstandsfähig gegen eine Pilzkrankheit sein.

Das BVL kommt nun in seiner Sicherheitsbewertung zu dem Schluss, dass von dem Freisetzungsversuch bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen keine schädlichen Einflüsse auf Menschen und Tiere sowie die Umwelt zu erwarten seien. Fünfundsiebzig eingegangenen Einwendungen waren bei der fachlichen und rechtlichen Bewertung des Verfahrens geprüft und im Genehmigungsbescheid gewürdigt worden. An Sicherheitsbestimmungen sind unter anderem Isolationsabstände, ein engmaschiger Wildschutzzaun, Vogelnetze und Vorschriften zur Lagerung des Getreides vorsehen. Die Universität muss gewährleisten, dass keine gentechnisch veränderten Pflanzen auf dem Feld überdauern, sich auf benachbarten Flächen ausbreiten oder sich mit verwandten Pflanzen kreuzen.


Mehr im Internet:

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie, Uni Giessen


 

 

 

 

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