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23.05.2006 - QUANTENOPTIK

Ausgezeichneter Physiker

Karen Heinze

Prof. Ferenc Krausz - Bild: MPQ

Der Direktor des Garchinger Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ), Prof. Ferenc Krausz, erhält am 24. Mai 2006 den "Quantum Electronics Award" der IEEE Laser and Electro-Optics Society (LEOS). Der Preis wird vergeben für "außergewöhnliche und herausragende technische Beiträge, die für das Gebiet der Quantenelektronik, Laserforschung und Elektrooptik wegweisend sind." Prof. Krausz erhält die Auszeichnung für seine Beiträge zur Entwicklung ultraschneller Lichtpulse, insbesondere für die Erzeugung einzelner Attosekunden-Pulse.

Ferenc Krausz gilt als führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Attosekundenphysik. 2002 gelang es ihm in Zusammenarbeit mit Prof. Theodor Hänsch (ebenfalls Direktor MPQ) mit Hilfe der Frequenzkammtechnik sogenannte phasenstabilisierte Laser für die Erzeugung von Femtosekunden-Pulsen zu entwickeln - eine Femtosekunde ist ein Millionstel von einem Milliardstel einer Sekunde. Diese Laser zeichnen sich dadurch aus, dass von Puls zu Puls nicht nur Intensität und Frequenz, sondern auch die Lage der Maxima und Minima der Lichtschwingungen identisch sind. Die perfekt kontrollierten Felder solcher Femtosekunden-Pulse üben auf Elektronen oder Protonen Kräfte aus, die den inneratomaren Kräften entsprechen.

Damit läßt sich in noch kleinere Zeiteinheiten vorstoßen, in den Attosekundenbereich - eine Attosekunde ist ein Milliardstel von einem Milliardstel einer Sekunde. Dazu schießt man mit kontrollierten Femtosekunden-Pulsen auf Gasatome in einem so genannten Target. Das starke Feld der Pulse zerrt ein Elektron aus dem Gasatom heraus, um es dann wieder zurück zu schleudern. Wenn das Elektron vom Atom eingefangen wird, gibt es die aufgenommene Energie als kurzen Lichtblitz ab. Gleichzeitig senden Millionen Atome Attosekundenblitze im perfekten, sychronen Takt aus. Daraus entsteht ein stark gebündelter laserartiger Strahl aus 250 Attosekunden langen Lichtpulsen. Die erstmalige Erzeugung dieser Strahlung feierte das Wissenschaftsmagazin Science als eine der 10 wichtigsten Errungenschaften des Jahres 2002 auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

Ferenc Krausz, Jahrgang 1962, studierte Elektrotechnik an der TU Budapest und Theoretische Physik an der Eötvös-Lorand Universität in Budapest. 1991 promovierter er an der TU Budapest in Quantenelektronik, wo er zwei  Jahre später auch habilitierte. Es folgte eine Gastprofessur am Zentrum Ultrakurzzeitphysik an der Universität von Michigan, Ann Arbor. Der Ausnahmeforscher setzte seine steile Karriere an der TU Wien fort, wo er von 1999 an Professor war, bis er im Jahr 2000 Direktor am Zentrum für "Advanced Light Sources" wurde. Kürzlich erst erhielt er den Leibniz-Preis 2006 der DFG. Seit 2003 ist Krausz als Direktor am MPQ Leiter der Abteilung "Attosekunden- und Hochfeldphysik". 2004 übernahm er auch die Leitung des Lehrstuhls für Experimentalphysik an der LMU München.

Mehr im Internet:
Quantenoptik
Max-Planck-Institut für Quantenoptik Garching  
Attosekunden-Stopuhr von Prof. Krausz
IEEE Laser and Electro-Optics Society (LEOS)  
Leibniz-Preisträger 2006


 

 

 

 

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