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15.06.2006 - INNERE MEDIZIN

Gegen das Herzrasen

Jenaer Schluckelektrode zur Behandlung
des Herzrasens - Bild:UKJ

(jtu) Eine Spezialelektrode zur besseren Diagnose und Therapie des Vorhof-Herzrasens haben Wissenschaftler am Uniklinikum Jena (UKJ) in Zusammenarbeit mit der Dr. Osypka GmbH Rheinfelden entwickelt. Der über die Echokardiographiesonde gezogene Elektrodenschlauch wird über die Speiseröhre eingeführt und beendet nach präziser Erkennung das Herzrasen des Vorhofes. Dieses wird durch einen Fehler im elektrischen Reizleitungssystem des Herzvorhofes verursacht, der zumeist durch elektrische Impulse behoben werden kann.

Herzrasen des Vorhofes ist eine unangenehme und für manche Patienten lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, die bis zu einem gefährlichen Kammerflimmern führen kann. Der Herzvorhof schlägt bis zum Dreifachen oder Vierfachen des Normalwertes und muss durch noch schnellere elektrische Impulse unterbrochen werden. Vor der Unterbrechung des Herzrasens müssen jedoch Blutgerinnsel (Thromben) im Herzen, die zu Schlaganfällen führen könnten, mit einer Echokardiographiesonde über die Speiseröhre ausgeschlossen werden. Für die Unterbrechung des Herzrasens war bisher eine weitere Untersuchung des Patienten mit einer zweiten Sonde notwendig.

Die Jenaer Neuentwicklung schafft hier nun Abhilfe - mit nur 6 Millimeter großen, halbkugelförmigen Elektroden, die gleichzeitig mit der Echokardiographiesonde durch die Speiseröhre hinter den linken Vorhof geschoben werden. Über die Elektroden leiten die Untersucher das Elektrokardiogramm des Vorhofes zur Diagnose des Herzrasens ab und geben zielgerichtet kleine elektrische Impulse ab, die nur eine Hundertstel Sekunde andauern und das Herzrasen unterbrechen können. Dieser Taktgeber übernimmt zeitweilig die Führung des Vorhofrhythmus bei gleichzeitiger echokardiographischer Untersuchung. Damit wird die Belastung des Patienten wesentlich verringert und die Unterbrechung des Herzrasens auf eine Untersuchung reduziert.


Mehr im Internet:
Universität Jena, Klinik für Innere Medizin


 

 

 

 

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