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19.06.2006 - BIOLOGIE

Lernfähige Fledermäuse

Carsten Meinke / JKM

Vampirfledermäuse können ihre "Zapfsäulen" an deren Schnaufen erkennen. Für diese Annahme sprechen Experimente, die Münchener Zoologen durchgeführt haben. Zumindest einige Tiere ließen sich darauf trainieren, menschliche Individuen anhand ihrer Atemgeräusche zu unterscheiden.

"Ungeachtet der großen Zahl von Beutetieren seit Beginn der Viehhaltung, trinken Vampirfledermäuse wiederholt an dem gleichen Individuum und ignorieren andere", schreiben Udo Gröger und Lutz Wiegrebe von der Ludwig-Maximilians-Universität im Fachblatt "BMC Biology". Die neuen Resultate zeigten, dass neben Riech- und Infrarotsinn auch das Gehör zur Erkennung dieser bevorzugten Beutetiere dienen könne - vor allem über größere Entfernungen.

Gröger und Wiegrebe spielten vier Gemeinen Vampiren (Desmodus rotundus) Atemgeräusche vor, die sie nahe der Nasenspitze von drei Menschen aufgenommen hatten. Suchten die Tiere daraufhin die jeweils passende von drei Tränken auf, wurden sie dort mit etwas Rinderblut belohnt. Nach sechs Monaten Training meisterten zwei der vier Tiere diese Aufgabe so gut, dass sie in über 70 Prozent der Tests erfolgreich waren. Das gelang ihnen auch dann, wenn sie neue Aufnahmen der gleichen Menschen hörten.

Überraschenderweise erzielten vier menschliche Probanden ähnlich hohe Trefferquoten wie die Vampire, berichten die Zoologen. Dabei schienen sie sich überwiegend nach der Atemfrequenz zu richten, während die Fledermäuse auch die spektralen Feinheiten der Atemgeräusche nutzen, wie sie auf die individuelle Form von Kehlkopf, Rachen und Nasenhöhle zurückgehen. Als Resultat sind die Tiere auch dann erfolgreich, wenn die Atemgeräusche nicht im entspannten Zustand, sondern unter körperlicher Belastung aufgenommen wurden.


Mehr im Internet:
Homepage Lutz Wiegrebe
Biologie der Vampirfledermaus
Fledermäuse tasten sich um die Kurve


 

 

 

 

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