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10.10.2006 - BIOLOGIE

Energieeffizienz der Robben

Carsten Meinke / JKM

Ein erstaunlicher Trick gestattet arktischen Robben ausgedehnte Tauchgänge. Norwegische Forscher haben entdeckt, dass die Tiere zwar an der kalten Luft zittern, nicht jedoch unter Wasser. Stattdessen lassen sie beim Tauchen ihre Körpertemperatur sinken und sparen auf diese Weise Sauerstoff, den sie für das Muskelzittern aufwänden müssten.

Dieser Mechanismus bringt weitere Vorteile mit sich, glauben Arnoldus Schytte Blix von der Universität Tromsø und seine Kollegen. Mit der Körpertemperatur sinke auch der Sauerstoffbedarf der übrigen Gewebe. Und indem die Gehirntemperatur sinke, seien die Nervenzellen vor Schäden durch eine verminderte Sauerstoffversorgung geschützt.

Blix und Kollegen untersuchten, wie die im Nordatlantik heimischen Klappmützen (Cystophora cristata) der Kälte trotzen. Bei der Jagd auf Fische, Weichtiere und Krebse unternehmen die Robben bis zu 1.000 Meter tiefe und eine Stunde währende Tauchgänge. Was dabei mit ihnen geschieht, studierten die Forscher, indem sie mit Sensoren gespickte Tiere im Labor in zwei bis drei Grad Celsius kaltem Wasser tauchen ließen.

Vor dem Tauchen zitterten die Robben wie andere Säuger auch, um sich warm zu halten. Sobald sie untergetaucht waren, setzte dieser Reflex jedoch aus, sodass ihre Kerntemperatur um bis zu drei Grad Celsius fiel und damit auch die Pulsfrequenz. Sobald die Tiere wieder aufgetaucht waren, begannen die Klappmützen jedoch erneut zu zittern und ihre Körper aufzuheizen, berichten die Forscher auf einer Fachtagung im amerikanischen Virginia Beach.


Mehr im Internet:
Arktisk biologi, Universitetet i Tromsø
Cystophora cristata
Cold Adaptation
Kormorane heizen gegen den Winter an


 

 

 

 

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