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22.03.2007 - KREBSFORSCHUNG

Neues vom Wächter des Genoms

(kso) Das Eiweiß p53 kommt in jeder einzelnen Zelle unseres Körpers vor und ist entscheidend daran beteiligt, die Entstehung bösartiger Tumore zu verhindern. Wenn unsere Zellen Belastungen wie DNA-Schäden oder Sauerstoffmangel ausgesetzt sind, kann p53 auf zahlreiche Arten eingreifen und beispielsweise die DNA reparieren. Ferner kann es den programmierten Zelltod einleiten und so die Vermehrung krebskranker Zellen im restlichen Körper verhindern.

Bei etwa der Hälfte aller Krebsfälle beim Menschen lässt sich eine Veränderung des p53-Gens beobachten. Mäuse, denen dieses Gen fehlt, entwickeln bereits in jungen Jahren Krebstumore. Daher ist die Krebsforschung sehr daran interessiert, herauszufinden, wie p53 genau funktioniert, um auf Grundlage dieser Erkenntnisse möglicherweise neue Krebstherapien zu entwickeln.

Bislang haben sich die meisten Studien auf das unmittelbare Zusammenspiel zwischen p53 und unseren Genen konzentriert. In dieser jüngsten Studie hingegen legten die Forscher ihr Augenmerk auf die von p53 gesteuerten Proteine, indem sie die Proteinzusammensetzung der Zellen, in denen p53 normal funktionierte, mit derjenigen der Zellen, die kein p53 enthielten, verglichen.

"P53 ist vergleichbar mit einem Dirigenten, der in den Zellen ein Orchester dirigiert", erklärt Professor Klas Wiman vom Karolinska Institute, einer der Verfasser der Studie. "Bislang wussten wir nur, welche Instrumente in diesem Orchester spielen, d. h. welche Gene beteiligt sind. Inzwischen haben wir eine Ahnung, welche Musik gespielt wird, d. h., welche Proteine diese Gene exprimieren."

Die Forscher fanden heraus, dass die Bildung von insgesamt 115 Proteinen von p53 gesteuert wird. Dies deckt sich nach Angaben der Forscher mit vorangehenden Studien, die nahe legten, dass p53 möglicherweise 2 bis 4 Prozent aller menschlichen Gene reguliert. Von einigen dieser Proteine wusste man bereits, dass sie mit p53 in Zusammenhang stehen. Bei anderen ist diese Erkenntnis neu. Die genannten Proteine sind an einer Vielzahl von Zellprozessen beteiligt, darunter Zelltod, Steuerung des Zellwachstums und Alterungsprozess.

"Unsere Erkenntnis stützt die Annahme, dass der Tumorsuppressor p53 in vielerlei Hinsicht das Zellwachstum, das Überleben und weitere Vorgänge innerhalb der Zelle auf unterschiedlichen Ebenen über verschiedene interagierende Signalwege reguliert", heißt es in der Studie. "Weiterführende Analysen der von p53 exprimierten Proteine dürften zu einem besseren Verständnis der molekularen Mechanismen führen, die hinter der Tumorsuppression durch p53 stehen."

"Ein Großteil der Mechanismen war zuvor unbekannt, und in einigen Fällen waren Veränderungen zu beobachten, die nur auf Ebene der Proteine, nicht aber auf Ebene der Gene stattfanden", so Professor Wiman. "Unseres Erachtens könnte sich diese Information bei der Entwicklung neuer Therapiearten als nützlich erweisen."


Mehr im Internet:

Abstract der Veröffentlichung in PNAS
New findings on the genomic guardian, Karolinska Institute 21.03.2007
Leben oder Sterben lassen, scienzz 18.10.2006


 

 

 

 

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