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24.08.2004 - TAUFLIEGEN

Uhr-Gene bestimmen Kopulationsdauer

Carsten Meinke

Taufliegen-Paarung
Der Einfluss der inneren Uhr des Körpers reicht sehr viel weiter als gedacht, berichten zwei amerikanische Forscherinnen im Fachblatt "Current Biology". Taufliegen mit Mutationen in zwei Uhr-Genen unterscheiden sich demnach nicht nur in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus, sondern auch in ihrer Ausdauer beim Geschlechtsakt.

Laura Beaver und Jadwiga Giebultowicz von der Oregon State Uni-versity in Corvallis fanden den Effekt bei Taufliegen (Drosophila melanogaster) mit Defekten in den Genen "timeless" bzw. "period". Bislang war diese nur für ihren Einfluss auf etwa 24-stündige, circadiane Rhythmen bekannt. "Diese Gene haben vermutlich wichtige regulatorische Funktionen in vielen anderen Bereichen, die wir bislang noch nicht verstehen", so Giebultowicz.

Die Biologinnen beobachteten das Verhalten der Taufliegen in eigens eingerichteten "Paarungskammern". Trugen die Tiere Mutationen in einem der zwei Gene, dauerte der Paarungsakt bis zu 50 Prozent länger als üblich. Das galt allerdings nicht, wenn das Weibchen die Mutationen trug. Offenbar bestimmen bei Taufliegen die Männchen, wie lange die Paarung dauert und wann es an der Zeit ist, wieder getrennte Wege zu gehen.

Frühere Untersuchungen in Giebultowiczs Labor hatten gezeigt, dass Dauerlicht bei männlichen Faltern die innere Uhr ausschaltet und die Tiere zur Sterilität verdammt. Auf das Paarungsverhalten der Tau- fliegen hatte Licht jedoch keinen Effekt, fanden die Forscherinnen. Der Einfluss von "period" und "timeless" auf das Paarungsverhalten scheint demnach unabhängig von der zentralen inneren Uhr zu sein, schließen sie.


Mehr im Internet:
Homepage Jadwiga Giebultowicz
Circadian Rhythms



 

 

 

 

 

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