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30.08.2004 - KARDIOLOGIE

Lifestyle und Herzinfarkt

Stefan Jacobasch

Bis zu 90 Prozent des Herzin-farkt-Risikos lassen sich mit Hilfe von neun leicht messbaren Faktoren vorhersagen. Das geht aus der internationalen Studie "Interheart" hervor, die sich auf Daten von 30.000 Teilnehmern stützt. Wer seinen  ungesunden Lebensstil ändert, kann demnach sein Herzinfarkt-Risiko um 80 Prozent verringern.

Am gefährlichsten sind laut Studie Zigarettenrauchen und ein ungün- stiges Verhältnis bestimmter Blutfette. Dies gelte für praktisch alle Regionen der Welt, für alle ethnischen Gruppen und in gleicher Weise für Frauen und Männern, so die Forscher. Zusätzliche Risikofaktoren seien hoher Blutdruck, Diabetes, Bauchfett, Stress, fehlender täg- licher Konsum von Obst und Gemüse, und fehlende tägliche Bewe- gung. Der regelmäßige Konsum geringer Alkoholmengen habe eine gewisse Schutzwirkung.

Die Studie berücksichtigt Daten von 15.152 Herzinfarkt-Patienten sowie 14.820 Personen ohne Herzleiden. Die  Teilnehmer kamen aus 52 Ländern - darunter 7000 aus Europa, 2000 aus Lateinamerika, 6000 aus China, 4000 aus Südasien und 1400 aus Afrika. Erste Ergebnisse wurden am Wochenende auf dem Kongress der Euro- päischen Kardiologengesellschaft (ESC) in München vorgestellt. Die komplette Studie soll am 11. September im Fachjournal "The
Lancet" veröffentlicht werden. Sie wurde vom Kanadischen Institut für Gesundheitsforschung, der Heart and Stroke Foundation in Ontario und weiteren 37 Geldgebern - darunter mehreren pharmazeutische Unternehmen - unterstützt.

"Die Studie zeigt, dass die beiden wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt Zigarettenrauchen und eine abnormes Verhältnis von Blutfetten - Apolipoprotein B zu Apolipoprotein A-1 - sind, die zusammen die Prognose von zwei Drittel aller Herzinfarkten ermöglichen" erklärte Studienkoordinator Salim Yusuf von der kanadischen McMaster University auf dem Münchner Kongress. Die Studie zeige nachdrücklich, dass das Risiko, dass durch Tabakgenuss verursacht werde, unabhängig von der Anwendungsart (Zigaretten, Pfeife, Zigarren, Kautabak) bei Jüngeren noch höher sei als bei Älteren und zwar bei Männern ebenso wie bei Frauen.


Mehr im Internet:
Homepage Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Homepage European Society of Cardiology (ESC)
Homepage ESC-Kongress 2004


 

 

 

 

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