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30.08.2004 - CHARITÉ

"Schnellbootverbund" geplant

(jtu) Das Berliner Universitätsklinikum Charité will sich in Zukunft stärker als Wirtschaftsunternehmen auf dem wachsenden Gesundheitsmarkt verstehen. "Wir machen aus dem Flaggschiff Charité einen Verbund von Schnellbooten in Krankenversorgung, Forschung und Lehre", sagte der Vorstandsvorsitzende Prof. Detlev Ganten am Montag nach einer Klausursitzung seines neuen Vorstandes. Bis Ende dieses Jahres sollen die 128 Institute der Berliner Universitätsmedizin in etwas 15 "Leistungszentren" neu gegliedert werden. Wichtigstes Kriterium ist nach den Worten von Klinikumsdirektor Behrend Behrends die Kunden-, also Patienten-"freundlichkeit": "Die Zentren sollen einen reibungslosen Ablauf bei Therapie und Diagnostik gewährleisten."

Über den Zuschnitt dieser Zentren im einzelnen ist noch keine Ent- scheidung getroffen; das ganze Konzept bedarf ohnehin noch einer Zustimmung des Aufsichtsrates. Von der Neuorganisation erhofft der Vorstand sich eine Reihe von Einspareffekten, so ist geplant, alle geistes- und sozialwissenschaftlichen Einrichtungen, die bislang über halb Berlin verstreut sind, auf dem alten Charité-Gelände in Mitte zu konzentrieren.Im Einzelfall könnten dadurch Gebäude aufgegeben werden, machte Dekan Prof. Martin Paul deutlich. "Die vier Standorte in Mitte, Wedding, Steglitz und Buch bleiben jedoch alle vier erhal- ten!" betonten die Vorstandsmitglieder einhellig, fügten allerdings hinzu, es werde überall Veränderungen und Verlagerungen geben.

Mit der Neugliederung will der Vorstand die Fusion aus den beiden medizinischen Fakultäten von Freier Universität und Humboldt-Uni- versität zum Abschluss bringen. Das neue Konzept läuft unter dem Schlagwort "Dezentralisierung". Jedes Zentrum erhält, so Behrends, eine "starke Leitung", die für ihren Bereich "die volle wirtschaftliche Ergebnisverantwortung" trägt. Von den beiden Ärzten, die der Lei- tung angehören, soll der eine die Krankenversorgung, der andere Forschung und Lehre betreuen. Ihnen zur Seite stehen ein kaufmän- nischer Leiter und, bei den Kliniken mit Betten, ein Pflegedienstchef. Eine letzte Entscheidungsvollmacht will sich der Charité-Vorstand aber selbst vorbehalten: Er soll die Leitungsmitglieder ernennen und notfalls auch abberufen, getrennte Finanzverhandlungen mit den Krankenkassen wird es nicht geben. 


Mehr im Internet:
Charité Universitätsmedizin Berlin 



 

 

 

 

 

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