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17.04.2008 - GEOLOGIE

Auf den Fußspuren der Meteorite

Irina Würzberger

Bild: NASA

Zeit seines Lebens wird unser Erdball permanent von kosmischen Geschossen bombardiert. Einige von ihnen sind so groß, dass sie beim Eintritt in die Atmosphäre nicht vollständig verglühen und als Meteoriten die Erdoberfläche erreichen. Viele dieser Meteoriteneinschläge bleiben unentdeckt, da Einschläge im Meer keine sichtbaren Spuren hinterlassen und Krater auf dem Land im Laufe der Zeit durch Erosion und Plattentektonik zerstört werden. Wissenschaftlern von der Universität von Hawaii in Manoa (UHM) ist es nun gelungen, eine neue Methode zu entwickeln, um bisher verborgen gebliebene Einschläge aufzuspüren und die Größe ihrer Verursacher zu bestimmen.

Der Geologe François Paquay von der UHM zog für die Bestimmung der Meteoritengröße das Verhältnis zwischen zwei unterschiedlich schweren Isotopen von Osmium - ein auf der Erde selten vorkommendes Element - in den Meeressedimenten heran. Das Osmium-Isotopenverhältnis in den Meteoriten unterscheidet sich von dem natürlich vorkommenden Isotopen-Anteil im Ozean: Während das schwere Osmium mit der Massenzahl 188 überwiegend in Meteoriten vorkommt, herrscht im Meerwasser und den Sedimenten am Meeresgrund das leichte Osmium-Isotop-187 vor.

"Wenn ein Meteorit verdampft, hinterläßt er am Einschlagsort charakteristische Osmium-Spuren", sagt Rodey Batiza von der Abteilung Meeresforschung der National Science Foundation (NSF). Das verdampfte Osmium legt sich auf die Meeresoberfläche und verteilt sich schließlich über den gesamten Ozean, wodurch sich das Meteoriten-Osmium mit dem Osmium des Meerwassers vermischt und sich in Jahrtausenden auf dem Meeresboden absetzt. Die durch den Einschlag hervorgerufenen Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung des Ozeans werden somit in den Tiefseesedimenten konserviert. Anhand einer einzigen Probe läßt sich die Gesamtmenge des verdampften Osmiums und folglich die Größe des Himmelskörpers relativ präzise bestimmen.

Paquay analysierte zwei verschiedene Meeressediment-Proben, die Tiefseebohrungen im äquatorialen Pazifik und an der Südspitze Afrikas lieferten. Hierbei ermittelte er die Isotopen-Verhältnisse während der späten Eozän-Periode, einer erdgeschichtlichen Phase, die vor etwa 55,8 Millionen Jahren begann und vor ungefähr 33,9 Millionen Jahren endete. Paquay und seine Kollegen kamen zu dem Ergebnis, dass es in dieser Zeit zwei große Meteoriteneinschläge gegeben habe. Darüber hinaus geht aus ihren Berechnungen hervor, dass der Meteorit, der vor 65 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit auf der Erde einschlug und mit dem Aussterben der Dinosaurier in Zusammenhang gebracht wird, einen Durchmesser von vier bis sechs Kilometer besaß.


Mehr im Internet:
François Paquay, Inst. f. Geologie u. Geophysik, UHM
Neues über Asteroidenschauer, scienzz 25.11.2004


 

 

 

 

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