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09.09.2004 - EISKERN-PROJEKT

Eis erzählt Klimageschichte

(su) Zum ersten Mal wurde bei einer Bohrung in Nordgrönland ein Eiskern gewonnen, der die Klimageschichte der Nordhemisphäre über die letzte Eiszeit hinaus lückenlos erschließt. Vergleichbar den Jahresringen eines Baumes enthält der 3085 Meter lange Eiskern Schichten von Schneefällen der letzten 123.000 Jahre. 

Jedes Jahr fällt Schnee auf die Oberfläche der Eisdecke und bildet Schichten, die nach und nach vom Schnee der folgenden Jahre überdeckt werden. Mit zunehmender Tiefe werden die Schichten zu Eis gepresst, Luftblasen und Aerosole aus der Atmosphäre dabei im Eis eingeschlossen. Bei dem nun gewonnenen Bohrkern reicht die jährliche Schichtung 123.000 Jahre zurück. Die Analyse der chemischen und physikalischen Eigenschaften des Eises und der eingeschlossenen Luft zeigt, wie sich das Klima über die Zeit verändert hat. Partikuläre Spurenstoffe wie Seesalz, Mineralstaub oder Aerosole vulkanischen Ursprungs liefern unter anderem Erkenntnisse darüber, wie Treibhausgase und Aerosole das Klima beeinflussten, bevor der Mensch ins Spiel kam. Wenn die Wissenschaftler verstehen, wodurch das Klima in der Vergangenheit bestimmt wurde, haben sie den Schlüssel zur Vorhersage des zukünftigen Klimas.

Acht Jahre wurde im Rahmen des internationalen Eiskern-Projekts  North Greenland Ice Core Project (NGRIP) bei 75 Grad Nord, 42 Grad West auf dem Inlandeis Grönlands gebohrt. An dem Projekt waren Wissenschaftler aus Dänemark, Deutschland, Japan, den USA, der Schweiz, Frankreich, Schweden, Belgien und Island beteiligt. Aus Deutschland ist das Alfred-Wegener-Institut für Polar und Meeresforschung, Bremerhaven, maßgeblich an der Bohrung und den Untersuchungen beteiligt.

Mehr im Internet
North Greenland Ice Core Project

 

 

 

 

 

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